Neugier – das Geheimnis, jung zu bleiben?

Kannst du dich daran erinnern, wann du das letzte Mal etwas zum ersten Mal getan hast?

Vielleicht ist es schon länger her, dass Du Dich auf einen neuen Weg begeben hast. Genau dort beginnt sie aber: die Neugier! Sie ist wie eine innere Quelle. Wenn wir sie pflegen, sprudelt sie – und mit ihr Lebendigkeit, Freude, Offenheit. Wenn wir sie vernachlässigen, versiegt sie langsam, und das Leben verliert an Farbe. 

Neulich las ich ein Zitat von Albert Einstein: „Ich habe keine besondere Begabung; ich bin nur leidenschaftlich neugierig.“  Ich hatte sofort das Bild von ihm vor Augen, wo er keck die Zunge rausstreckt. Eine kindliche Geste, hinter der sich so viel mehr verbirgt. 

Kinder sind Meister der Neugier. Sie fragen, probieren, sind angstfrei. Alles neu Entdeckte ist für sie wie ein kleines Wunder. Uns Erwachsenen geht im Laufe des Lebens dieses Staunen verloren. Wir glauben, alles zu kennen und zu wissen. Doch genau das ist der Moment, in dem wir anfangen, innerlich alt zu werden. Neugier hält jung. Im Kopf und im Herzen. Etwas Neues wagen, sich auf fremde Pfade begeben. Vielleicht ist genau das der Jungbrunnen. 

Wir alle wissen, dass geistige Aktivität das Gehirn fit hält. Aber Neugier ist mehr als nur mentales Training. Wer neugierig bleibt, bleibt offen für Veränderung. Bereit, sich überraschen zu lassen – auch von sich selbst. Neugier ist kein Privileg der Jugend – sie ist ein Lebenselixier und zeigt Leidenschaft für das Leben, das in seiner Vielfältigkeit von uns entdeckt werden will. 

Ich habe mich im August letzten Jahres (im Alter von 62!) dazu entschlossen, eine Stylistin-Ausbildung zu absolvieren. Angesetzt waren 9 Monate mit insgesamt 9 Klausuren. Ich war nach 3,5 Monaten fertig und habe mit der Gesamtnote 1,0 bestanden. Das Lernen wieder zu erlernen war die eigentliche Herausforderung. Es war kein Spaziergang. Aber mit der Lust auf Neues habe ich mich der Aufgabe gestellt und war im Anschluss stolz wie Bolle! Geht nicht, gibt’s nicht!

Seid Ihr noch neugierig?

Eure 
Britta

von Britta Ahrens 25. Juli 2026
Wer's glaubt, wird selig. Oder auch nicht.
von Britta Ahrens 18. Juli 2026
200 Blogbeiträge. Und kein bisschen leiser.
von Britta Ahrens 10. Juli 2026
Keinen Bock auf Blog!
von Britta Ahrens 3. Juli 2026
What if? Oder: Fu*k the fear!
von Britta Ahrens 27. Juni 2026
Gedöns, Tam-Tam und Peanuts – alles für den Algorithmus!
von Britta Ahrens 12. Juni 2026
Kollektiver Kollagen-Kollaps: Der verzweifelte Kampf gegen die biologische Frechheit des Alterns
von Britta Ahrens 6. Juni 2026
Warum heute alle authentisch sein wollen und dabei exakt gleich aussehen!
von Britta Ahrens 30. Mai 2026
Doppelmoral begegnet mir beinahe täglich: im Berufsleben, im Bekanntenkreis und vor allem hier auf Instagram. Wasser predigen, Wein trinken: Moral wird so hingebogen, wie sie uns gerade passt! Bequem ist sie zudem. Doppelmoral erlaubt uns, klare Kante zu zeigen, ohne selbst Konsequenzen zu tragen. Wir verurteilen laut, was wir im eigenen Leben stillschweigend relativieren. Moral tarnt sich als Haltung, ist aber oft nichts weiter als Selbstschutz. Im Alltag zeigt sich das deutlich. Wir empören uns über respektloses Verhalten im Netz, während wir selbst bissige Kommentare liken oder teilen. Wir verlangen Umweltbewusstsein, steigen aber für Kurzstrecken ins Auto, weil es einfacher ist. Wir pochen auf Fairness im Job, nutzen aber jede Grauzone zu unserem Vorteil. Ausländerfeindliche Parolen im Alltag, aber selbstverständlich Urlaub in Dubai. Veganismus laut vertreten, während Lederschuhe im Schrank stehen. Klimaschutz fordern, aber für den Wochenendtrip ins Flugzeug steigen. Gegen Konsumwahn wettern und gleichzeitig bei jeder Rabattaktion zuschlagen. Work-Life-Balance predigen und gleichzeitig von anderen ständige Erreichbarkeit erwarten. Die Liste scheint schier unendlich! Das Problem ist, dass wir es uns selten eingestehen. Doppelmoral beginnt dort, wo Selbstkritik endet. Wer sich nur als Teil der „richtigen Seite“ sieht, übersieht die eigenen blinden Flecken. Handle ich wirklich so, wie ich es von anderen verlange? Oder passt sich meine Moral einfach meiner Situation an? Ehrlichkeit sich selbst gegenüber ist anstrengend – aber die einzige Alternative zur bequemen Heuchelei. Auch ich hinterfrage mich oft genug: Sind Maßstäbe, die ich an andere anlege, strenger als die für mich selbst? Doppelmoral zeigt auf, wo wir eigene Ausnahmen für gerechtfertigt halten, die der anderen aber nicht. Ich gebe zu – ich übe weiterhin! Wie geht ihr mit diesem Thema um? Eure Britta
von Britta Ahrens 22. Mai 2026
Ich weiß, ich weiß. Jetzt wäre der Moment für einen Text über Dankbarkeit, Lebensfreude und darüber, wie schön es ist, älter zu werden. Mit Kuchen, Kerzen und vielleicht einem leicht gerührten Blick zurück. Spoiler: Wird es nicht. Denn wenn ich ehrlich bin, ist mein Geburtstag für mich eher so mittelspannend. Denn jedes Jahr passiert zuverlässig das Gleiche: mein Handy führt ein Eigenleben. Es klingelt, summt, blinkt – als hätte es den Auftrag, mich daran zu erinnern, dass ich existiere. Was nett ist. Wirklich. Aber auch ein bisschen… konzentriert. Menschen melden sich, von denen ich ziemlich genau seit dem letzten Geburtstag nichts mehr gehört habe. Als gäbe es irgendwo einen geheimen „Einmal-im-Jahr-Kontakt“-Kalender. Und dann beginnen sie, diese Gespräche ohne Spannungsbogen: „Na, alles gut?“, „Was machst du heute noch?“, „Feierst du schön?“ Und ich erzähle. Immer wieder das Gleiche. Freundlich, natürlich. Aber innerlich denke ich mir: Wir könnten das Gespräch auch einfach speichern und nächstes Jahr wieder abspielen. Es ist ja lieb gemeint. Und ich weiß das auch zu schätzen. Aber gleichzeitig zeigt dieser Tag etwas, das ich irgendwie schräg finde: Aufmerksamkeit, die sich wie ein Stau verhält. Einmal im Jahr alles auf einmal. Dabei sind mir die anderen Tage so viel lieber. Die 364 Tage, an denen jemand einfach schreibt: „Musste gerade an dich denken.“. Spontane Anrufe ohne Anlass. Kleine Nachrichten, die nicht vom Kalender diktiert sind. Das sind die mir wirklich wichtigen Momente. Mein Geburtstag dagegen? Der darf ruhig unspektakulär sein. Kein großes Tamtam, kein Pflichtprogramm, kein „Das muss jetzt aber besonders sein“. Ein ganz normaler Tag, an dem man sich mit wenigen Lieblingsmenschen umgibt und einfach nett essen geht. In diesem Sinne: Ich habe heute Geburtstag. Trotzdem ist es einfach nur ein ganz normaler Sonntag. Wer kennts? Eure Britta
von Britta Ahrens 15. Mai 2026
Kennt ihr auch diese Menschen, die mit einem Unschuldsgesicht gerne mal subtil piksen? Es sind nicht die lauten Konflikte, die einen beschäftigen. Es sind die leisen. Diese beiläufigen Fragen und Sätze, die harmlos klingen. Kein offener Angriff, eher ein feines Piksen. Und trotzdem beschäftigt es dich noch Stunden später. In meinem Umfeld gibt es Menschen, die genau das beherrschen. Nicht offen verletzend, nicht direkt angreifend – sondern subtil. Ich dachte immer, dass solche Verhaltensweisen im Alter verschwinden. Dass Menschen, sagen wir mal ab fünfzig, eine gewisse Klarheit und Reife entwickelt haben. Dass sie Dinge direkt ansprechen oder eben gar nicht. Heute weiß ich: Das stimmt so leider nicht. Diese kleinen Stiche kommen selten aus dem Nichts. Sie erzählen sehr viel über die Menschen, die sie setzen. Über ihre Unsicherheiten, unausgesprochene Vergleiche, manchmal auch über ein Bedürfnis nach Überlegenheit. Denn wer klar und sicher ist, muss nicht zwischen den Zeilen treffen. Gleichzeitig sagen die Pikser auch etwas über mich. Darüber, wo ich ins Grübeln komme und warum. Genau in dieser Schnittstelle entsteht die Wirkung: zwischen dem, was gesagt wird – und dem, wo es trifft. Das subtile Piksen hat etwas sehr Unangenehmes an sich. Es wird keine direkte Frage geäußert, lediglich Andeutungen, Tonfall oder doppeldeutige Aussagen. Damit es nicht ganz so offensichtlich ist, wird es oft als „sozial akzeptabel“ verpackt. Subtile Stiche sind leise, aber nicht harmlos! Warum machen Menschen das? Klar sagen sie oft mehr über den Sender als über den Empfänger. Vermutlich ein Spiegel eigener Unsicherheiten oder Konkurrenzdenken. Oberhand gewinnen oder behalten; einfach besser dastehen und den anderen versuchen klein zu machen. Was tun? Eigene Trigger reflektieren, versuchen, sich nicht darauf einzulassen, weglächeln. Und: Grenzen setzen. Klar, deutlich, mit Nachdruck. Wer kennt es? Eure Britta