USA. Ich mag Dich trotzdem!

Kann man ein Land lieben, ohne mit allem einverstanden zu sein, was dort gerade passiert?
Ich hatte ja schon des Öfteren erzählt, dass ich viel Zeit in den USA verbracht habe. Nicht als permanent resident, sondern als Gast mit Zweitwohnsitz und so manches Mal auch über mehrere Monate am Stück. Vielleicht ist genau das der Grund, warum ich dieses Land bis heute so gerne mag. Wenn man zu Gast ist, erlebt man ein Land ein bisschen anders.
Was ich von den Amerikanern gelernt habe? Grundfreundlichkeit. Sie sind einfach nett. Man wird angesprochen, angelächelt, gefragt, wie es einem geht. Wir Deutschen sagen gern: „das ist doch alles nur oberflächlich.“ Mag sein. Aber ganz ehrlich? Als Gast finde ich das großartig. Warum muss Freundlichkeit eigentlich immer erst auf Tiefgründigkeit überprüft werden?
Wenn man Amerikaner wirklich kennenlernt und einen Platz in ihrem Herzen gefunden hat, bleibt man dort auch. Ich weiß das ziemlich genau. Eine amerikanische Freundin hat sogar ein Buch geschrieben, in dem ich vorkomme. Die amerikanische Version also von „Wir kennen uns ganz gut“. 😂❤️
Was ist auch mag ist das grundsätzliche Vertrauen darauf, dass sich irgendwann schon irgendwie irgendeine Lösung finden wird. Und dann ist da noch Weihnachten. Weihnachten war für mich immer eine andere Welt in den USA. Der 25. Dezember, die ganze Familie und Freunde, Pyjamas am Tannenbaum, Socken am Kamin, Essen, Lachen, Geschenke. In Amerika ist die Weihnachtszeit viel fröhlicher als bei uns.
Vielleicht bin ich deshalb gerade so hin- und hergerissen. Ich habe die USA und die Menschen sehr liebgewonnen. Ich habe dort Freunde, Erinnerungen und ein Stück meines Herzens gelassen. Aber ich bin heute nicht sicher, ob ich noch hinfliegen möchte.
Vielleicht können zwei Dinge auch gleichzeitig wahr sein: Man kann ein Land vermissen – und trotzdem gerade lieber zu Hause bleiben. Was meint ihr?
Eure
Britta












