Kannst Du „mal eben“ …? Die teuersten fünf Minuten der Welt!

Es gibt Sätze, die wir fast täglich hören, ohne groß darüber nachzudenken. Einer davon lautet: „Kannst Du mal eben …?“ Mal eben den Computer einrichten. Mal eben einen Vertrag überfliegen. Mal eben einen Text korrigieren. Mal eben übersetzen. Mal eben eben!


Wissen, Erfahrung und Zeit anderer Menschen scheinen jederzeit kostenlos verfügbar zu sein. Schließlich dauert es ja „nur fünf Minuten“. Und wenn es eine reine Dienstleistung ist, kostet es ja auch nicht wirklich etwas, wenn man von seinem Wissen oder Können etwas preisgibt.


Mir persönlich reicht es schon länger. Diese fünf Minuten sind selten nur fünf Minuten. Hinter jeder scheinbar einfachen Antwort stehen oftmals Jahre des Lernens, der Übung und der Erfahrung. Wer etwas gut kann, hat dafür auch Zeit investiert und sich Fachwissen angeeignet. Genau das macht eine Leistung wertvoll – nicht der kurze Moment, in dem sie erbracht wird.


Merkwürdig ist es allerdings schon, dass wir bei materiellen Dingen ganz anders ticken. Niemand würde den Bäcker fragen, ob er „mal eben“ ein Brot verschenkt, oder erwarten, dass die Elektrikerin kostenlos eine Steckdose installiert. Bei geistiger Arbeit, kreativen Ideen oder emotionaler Unterstützung verschwimmen diese Grenzen jedoch erstaunlich schnell.


Problematisch wird es, wenn aus einer freundlichen Bitte eine Selbstverständlichkeit wird. Die Kollegin, die immer einspringt. Der Nachbar, der ständig den IT-Support übernimmt. Die Freundin, die jederzeit ein offenes Ohr haben soll.


Ich finde, wir sollten mit dem „mal eben“ anderen gegenüber auch deutlich anders umgehen. Ich mache kaum noch etwas „mal eben“. Für Familie und Freunde natürlich immer! Da beruht es auch auf Gegenseitigkeit. Im weiteren Kreis allerdings nicht. Der wahre Wert einer Leistung zeigt sich nicht erst auf einer Rechnung. Er zeigt sich genau dort, wo nie eine geschrieben wird.



Anders ausgedrückt: was nichts kostet, ist zumeist auch nichts wert!

Wer kennts?

Eure Britta

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200 Blogbeiträge. Und kein bisschen leiser.