FOMO - die neue Volkskrankheit?

Ihr kennt den Begriff FOMO nicht? Das finde ich super! Vermutlich seid ihr nicht in diesen sozialen Strudel geraten. Aber um was genau geht es hier eigentlich?

Um FOMO – Fear Of Missing Out. Die Angst also, etwas zu verpassen!

Dabei frage ich mich, warum wir lieber etwas gestresst mitmachen als entspannt zu verpassen. FOMO ist längst kein Lifestyle-Thema mehr. Es ist ein Gruppenzwang in High-Definition und Stress ist zum neuen Statussymbol geworden. Früher war es cool, busy zu sein. Heute reicht das nicht mehr. Du musst busy, dabei noch inspirierend, gesund, reflektiert, locker und bestmöglich noch wahnsinnig gut gekleidet sein. Offenbar ist man schnell raus, wenn man nicht überall dabei.  Willkommen im Zeitalter der sozialen Erschöpfung!

Noch arger geht es bei kollektiver Aufmerksamkeits-FOMO zu: der schlimmste Gedanke, nicht gesehen zu werden. Wir dokumentieren unsere Leben obsessiv, wenig reflektiert und sind 24/7 damit beschäftigt, sichtbar zu sein. Auf Plattformen, bei Veranstaltungen, in Gesprächen. Dank Social Media können wir in Echtzeit dabei zusehen, wie andere Leute ihr Leben angeblich besser leben als wir. Es ist des Wahnsinns fette Beute!

Aber mal ehrlich: Macht das irgendwen glücklicher? Definitiv NEIN! Denn zumeist passiert nichts. Außer, dass man sich oftmals ein Stück von sich selbst entfernt.
FOMO gaukelt uns vor, dass das Leben „da draußen“ passiert. Bei den anderen! Aber nicht alles, was trendy ist, ist auch gesund. Offline sein, einfach mal gar nichts machen. Man verpasst auch nichts! Man vermutet es nur. Das Einzige, was wir wirklich verpassen: uns selbst! Wir scrollen durch fremde Leben und konsumieren statt zu erleben.

Vermutlich ist es meinem biblischen Alter zu verdanken, dass ich mich diesen Dingen komplett entzogen habe. On- wie offline. Denn: wer nichts verpassen will, verpasst sich zumeist selbst. Und wer überall dabei ist, ist nie wirklich da! Nicht im Moment, nicht bei sich selbst. Wir leben auf Abruf, im Standby-Modus; immer bereit, irgendetwas erleben zu müssen. Eine chronische Unruhe sozusagen, ein „ich sollte eigentlich …“ in Dauerschleife.

Insofern ein Aufruf zur JOMO – der Joy Of Missing Out! JOMO ist der rebellische Bruder von Fomo. Er weiß, dass das Leben nicht in Posts, sondern in Momenten stattfindet, die man eben nicht teilt, weil man zu beschäftigt damit ist, sie zu leben!

Das Leben ist kein Festival mit begrenztem Zugang. Zufriedenheit kommt selten aus einer Insta-Story, sondern eher aus einem stillen Moment auf der Couch. Oder vielleicht genau jetzt. Beim Lesen dieses Textes. Und wenn du doch etwas verpasst hast? Keine Sorge. Morgen kommt garantiert ein neuer Hype. Du kannst ihn dann auch ganz entspannt ignorieren.

Eure
Britta


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200 Blogbeiträge. Und kein bisschen leiser.