Warum Frauen über 45 aufhören sollten, zu nett zu sein!

Irgendwann zwischen dem dritten Geburtstagskuchen für wildfremde Menschen, Teammeetings und Elternabend bemerkt man etwas Merkwürdiges: Man war sehr lange sehr nett. Nett zu Kollegen, die „kurz mal eine Frage“ hatten. Nett zu Familienmitgliedern, die selbstverständlich davon ausgingen, dass man sich schon kümmern wird. Nett zu Fremden, die einen Satz beginnen mit: „Du bist doch bestimmt die Richtige dafür …“

Und plötzlich fragt man sich: Wann genau wurde Nettsein eigentlich zu einer Vollzeitbeschäftigung?

Viele Frauen über 45 haben Jahrzehnte damit verbracht, Erwartungen zu erfüllen. Wir haben moderiert, vermittelt, organisiert, beruhigt, gelächelt. Wir waren die diplomatische Abteilung der Familie, die emotionale Support-Hotline im Freundeskreis und die zuverlässige Problemlöserin im Job. Kurz gesagt: Wir waren sehr lange sehr praktisch für andere Menschen.

Nur leider hat uns niemand gesagt, dass Nettsein oft nur ein hübsches Wort für „immer verfügbar und stets abrufbar“ ist.

Mit über 45 passiert jedoch etwas Wunderbares: Geduld und Zeit werden knapper, die Klarheit dagegen größer. Man merkt, dass ein „Nein“ weder die Welt untergehen lässt noch die eigene Persönlichkeit zerstört. Überraschung: Die meisten Dinge, die angeblich dringend waren, erledigen sich auch ohne uns erstaunlich gut.

Und ganz ehrlich: Nettsein hat ohnehin ein Imageproblem. Männer, die klare Ansagen machen, gelten als durchsetzungsstark. Frauen, die dasselbe tun, gelten plötzlich als schwierig. Vielleicht ist es also höchste Zeit, diesen Ruf einfach zu akzeptieren. Denn die Wahrheit ist: Wir Frauen über 45 sind nicht weniger nett. Wir sind nur weniger bereit, unsere Zeit, Energie und Nerven kostenlos zu verteilen.

Könnt ihr davon auch ein Lied singen? 
Eure
Britta

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