Gedöns, Tam-Tam und Peanuts – alles für den Algorithmus!

Ich habe beschlossen, meinen Luxusartikeln künftig etwas von ihrer Berühmtheit zu nehmen. Insofern kann es gut sein, dass ich Logos mehr und mehr unkenntlich mache. Nicht, weil ich mich für meine Luxusartikel schäme. Im Gegenteil. Ich habe sie gekauft, weil sie mir gefallen (im Übrigen SELBST gekauft und nicht schenken lassen!). Aber ich habe keine Lust mehr darauf, dass ein Markenlogo interessanter sein soll als das, was ich mit Euch inhaltlich teilen möchte.

 

Ein Logo bringt Reichweite. Eine Tasche bringt Klicks und ein Marken-Accessoire Interaktion. Ein merkwürdiges Schauspiel, bei dem plötzlich alles zur Bühne wird. Jeder optimiert sich für den Algorithmus, der niemandem gehört und dem trotzdem alle dienen. Man trägt die Tasche nicht mehr – die Tasche trägt einen!

 

Ich finde, ein verdecktes Logo sagt heute mehr als ein sichtbares. Es ist wie ein kleiner Akt der Verweigerung: "Ich habe die Tasche gekauft, weil ich sie mag. Nicht damit andere wissen, was sie gekostet hat." Gleiches gilt für Uhren, Schmuck, Gürtel usw.! Warum müssen Buchstaben auf einer Tasche so laut sein? Ist es nicht die größte Form von Luxus, Dinge zu besitzen, ohne sie permanent vorzuzeigen? Oder, noch besser: was wäre die Tasche eigentlich wert, wenn die Großbuchstaben der Marke darauf nicht verankert wären? Keiner würde sie kaufen!

 

Viel Tam-Tam um Gedöns, das eigentlich nur Peanuts ist! Nur weil etwas sichtbar ist, wird es nicht automatisch wichtig. Ich möchte nicht, dass ein Stück beschichtetes Canvas die Hauptrolle spielt, während ich zur Statistin meines eigenen Accounts werde. Vielleicht ist die eigentliche Freiheit, selbst zu entscheiden, was man nicht zeigt. Deshalb könnte es sein, dass meine Taschen beispielsweise künftig anonymer unterwegs sind. Obwohl sie bleiben dürfen. Das Logo allerdings muss sich seinen Platz erst wieder verdienen.


Authentizität ist wichtiger als algorithmische Gefälligkeit. Was meint ihr?


Eure

Britta

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Doppelmoral begegnet mir beinahe täglich: im Berufsleben, im Bekanntenkreis und vor allem hier auf Instagram. Wasser predigen, Wein trinken: Moral wird so hingebogen, wie sie uns gerade passt! Bequem ist sie zudem. Doppelmoral erlaubt uns, klare Kante zu zeigen, ohne selbst Konsequenzen zu tragen. Wir verurteilen laut, was wir im eigenen Leben stillschweigend relativieren. Moral tarnt sich als Haltung, ist aber oft nichts weiter als Selbstschutz. Im Alltag zeigt sich das deutlich. Wir empören uns über respektloses Verhalten im Netz, während wir selbst bissige Kommentare liken oder teilen. Wir verlangen Umweltbewusstsein, steigen aber für Kurzstrecken ins Auto, weil es einfacher ist. Wir pochen auf Fairness im Job, nutzen aber jede Grauzone zu unserem Vorteil. Ausländerfeindliche Parolen im Alltag, aber selbstverständlich Urlaub in Dubai. Veganismus laut vertreten, während Lederschuhe im Schrank stehen. Klimaschutz fordern, aber für den Wochenendtrip ins Flugzeug steigen. Gegen Konsumwahn wettern und gleichzeitig bei jeder Rabattaktion zuschlagen. Work-Life-Balance predigen und gleichzeitig von anderen ständige Erreichbarkeit erwarten. Die Liste scheint schier unendlich! Das Problem ist, dass wir es uns selten eingestehen. Doppelmoral beginnt dort, wo Selbstkritik endet. Wer sich nur als Teil der „richtigen Seite“ sieht, übersieht die eigenen blinden Flecken. Handle ich wirklich so, wie ich es von anderen verlange? Oder passt sich meine Moral einfach meiner Situation an? Ehrlichkeit sich selbst gegenüber ist anstrengend – aber die einzige Alternative zur bequemen Heuchelei. Auch ich hinterfrage mich oft genug: Sind Maßstäbe, die ich an andere anlege, strenger als die für mich selbst? Doppelmoral zeigt auf, wo wir eigene Ausnahmen für gerechtfertigt halten, die der anderen aber nicht. Ich gebe zu – ich übe weiterhin! Wie geht ihr mit diesem Thema um? Eure Britta
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Ich weiß, ich weiß. Jetzt wäre der Moment für einen Text über Dankbarkeit, Lebensfreude und darüber, wie schön es ist, älter zu werden. Mit Kuchen, Kerzen und vielleicht einem leicht gerührten Blick zurück. Spoiler: Wird es nicht. Denn wenn ich ehrlich bin, ist mein Geburtstag für mich eher so mittelspannend. Denn jedes Jahr passiert zuverlässig das Gleiche: mein Handy führt ein Eigenleben. Es klingelt, summt, blinkt – als hätte es den Auftrag, mich daran zu erinnern, dass ich existiere. Was nett ist. Wirklich. Aber auch ein bisschen… konzentriert. Menschen melden sich, von denen ich ziemlich genau seit dem letzten Geburtstag nichts mehr gehört habe. Als gäbe es irgendwo einen geheimen „Einmal-im-Jahr-Kontakt“-Kalender. Und dann beginnen sie, diese Gespräche ohne Spannungsbogen: „Na, alles gut?“, „Was machst du heute noch?“, „Feierst du schön?“ Und ich erzähle. Immer wieder das Gleiche. Freundlich, natürlich. Aber innerlich denke ich mir: Wir könnten das Gespräch auch einfach speichern und nächstes Jahr wieder abspielen. Es ist ja lieb gemeint. Und ich weiß das auch zu schätzen. Aber gleichzeitig zeigt dieser Tag etwas, das ich irgendwie schräg finde: Aufmerksamkeit, die sich wie ein Stau verhält. Einmal im Jahr alles auf einmal. Dabei sind mir die anderen Tage so viel lieber. Die 364 Tage, an denen jemand einfach schreibt: „Musste gerade an dich denken.“. Spontane Anrufe ohne Anlass. Kleine Nachrichten, die nicht vom Kalender diktiert sind. Das sind die mir wirklich wichtigen Momente. Mein Geburtstag dagegen? Der darf ruhig unspektakulär sein. Kein großes Tamtam, kein Pflichtprogramm, kein „Das muss jetzt aber besonders sein“. Ein ganz normaler Tag, an dem man sich mit wenigen Lieblingsmenschen umgibt und einfach nett essen geht. In diesem Sinne: Ich habe heute Geburtstag. Trotzdem ist es einfach nur ein ganz normaler Sonntag. Wer kennts? Eure Britta