Immer im Mittelpunkt? Mach mal ein bisschen Platz!

Sie begegnen einem immer wieder, geschäftlich und privat. Menschen, die stets und ständig im Mittelpunkt stehen wollen. Laut, unübersehbar, nach Aufmerksamkeit haschend und im Zentrum ihrer eigenen Selbstinszenierung.
Ein wenig amerikanische Mentalität: alles wird klein geschrieben, bis auf Eigennamen und das „I“, also Ich. Warum wird das „ICH“ großgeschrieben und das „du“ klein? Ein aktueller Blick über den Atlantik und die auf uns zukommende politische Lage in den USA macht da so einiges deutlich!

Ich persönlich empfinde komplett entgegengesetzt. Mir ist mein Gegenüber immer sehr wichtig und ich trete gerne in den Hintergrund. Menschen, die sich im Mittelpunkt aalen, entgeht so vieles. Ist es nicht viel spannender, sich auf andere einzulassen, ihnen zuzuhören, sie auf sich wirken zu lassen, anstatt sich ständig selbst darstellen zu müssen?
Zwischenmenschlich gesehen versuche ich trotzdem, auch diesen Menschen mit Empathie zu begegnen. Offenbar sind sie in einigen Phasen ihres Lebens zu kurz gekommen und buhlen mit ihrer Überpräsenz um Aufmerksamkeit und Anerkennung. Vermutlich kommt auch ihr Selbstwertgefühl zu kurz. Wer über sich selbst weiß wo er steht und wie er ist, bedarf dieses lauten Götese nicht.

Oft sehen sie sich im Wettbewerb mit anderen und wollen zeigen, dass sie „besser“ oder „wichtiger“ sind als andere. Für Beziehungen jedweder Art kann das belastend sein oder ein Ende bedeuten. Das Problem ist allerdings, dass sie im Umgang mit Dritten viel Energie für sich selbst ziehen und dabei Energieräuber für ihr Gegenüber werden können.

Da ich aufgrund meines biblischen Alters sehr lebenserprobt bin, übe ich mich trotz meiner extrovertierten Persönlichkeit in Zurückhaltung. Sie stärkt zwischenmenschliche Beziehungen und lässt Freiraum für andere. Die Kommunikation erfolgt auf Augenhöhe, ist harmonisch, stabil und respektvoll. So bewahrt man auch in schwierigen Situationen emotionale Kontrolle und steigert das Wohlbefinden für alle.

Anderen Raum geben, sich selbst zurücknehmen – beides ist ein Meilenstein für das persönliche Glücklichsein. Man erweitert seinen Horizont, kann viel besser reflektieren und trägt zum persönlichen Wachstum und zur gesunden Selbstwahrnehmung bei. Die innere Balance bleibt erhalten und man schont die eigenen Ressourcen.
Tipps für den Umgang mit Menschen, die ständig im Mittelpunkt stehen wollen (vor allem aus beruflicher Sicht): führe ein klares Gespräch, setze Grenzen und sorge für ein ausgeglichenes Gesprächsklima, in dem alle zu Wort kommen und respektiert werden. Seht Ihr das auch so?

Eure
Britta

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