Ich bin Bonusmama!
Patchworkfamily, Bonuskind und mehr ...

Patchworkfamily, Bonuskind und wie eine neu zusammengesetzte Familie
ganz wunderbar funktionieren kann!

Viele von Euch wissen, dass ich seit vielen Jahren ein Bonuskind besitze. Und schon des Öfteren bin ich gefragt worden: Was bitte schön ist denn ein Bonuskind? Ein  Bonuskind ist das Kind des Partners aus einer vorherigen Beziehung. Insofern bin ich auch eine Bonusmama.

Wobei – und da fängt oft in neu zusammengesetzten Familien das Problem schon an – ich mich nie als Mama gesehen habe. Das Bonuskind hat in der Regel eine Mutter und auch einen Vater. Punkt! Insofern habe ich mich immer nur als neue Partnerin des Vaters gesehen und das auch ganz genau so gelebt.

Ich denke, dass in Patchworkfamilien jeder genau wissen sollte, welche Rolle er spielt. Und damit einher geht auch das Zurückstecken, wenn es um das Kind geht. Das ist oft ein kritischer Punkt bei den neuen Partnern und führt zu Problemen.

Für mich war immer klar, dass im Leben meines Partners das Kind an erster Stelle steht. Und genau so soll es auch sein. Kinder bleiben einem in der Regel ein Leben lang erhalten. Und wie wir alle wissen, ist das bei Partnern nicht immer der Fall.

Dazu kommt, dass Kinder, vor allem wenn sie kleiner sind, immer nur reagieren, und nicht agieren können. Für sie ist es besonders wichtig zu wissen und zu SPÜREN, dass der neue Partner dem Kind nichts wegnimmt. Im Gegenteil. Ich habe von Anfang an immer betont, dass mein Bonuskind das Wichtigste im Leben ihres Papas ist. Und es auch immer bleiben wird. Mir war wichtig, ihr Urvertrauen zu stärken und sie spüren zu lassen, dass ich ihr nichts wegnehme.

Ein weiterer wichtiger Punkt war in meinem Fall, dass die Mutter meines Bonuskindes mich von Anfang an akzeptiert hat und es nie Auseinandersetzungen oder Eifersüchteleien auf beiden Seiten gab. Sie hat mir stets Respekt gezollt, mich genommen wie ich bin und auch im Hinblick auf ihre Tochter „gelassen“ und mir vertraut. Und eben diesen Respekt und Wertschätzung hat auch sie von mir erhalten.

Bonuskind und Bonusmama beinhalten beide den Begriff Bonus. So sehen und so leben wir es auch. Wir sind ein gegenseitiger Gewinn, ein kleines Stückchen Glück, das uns das Leben zusätzlich beschert hat. Wir verreisen ein Mal im Jahr. Ohne Papa. Mädelstrip halt. Und auch, wenn wir mal eine Woche nicht voneinander hören, wissen wir, dass wir gefühlt immer da sind. Nach wie vor gilt ihr meine bedingungslose Liebe. Und immer noch schreibe ich „bis zum Mond und wieder zurück“ oder „immer für Dich da. Immer Dein“.  Als Bonusmama halt. Nicht als Mutter!

Lasst die Kinder Kinder sein. Gebt Ihnen das Gefühl, dass ihr ihnen nichts wegnehmt. Nehmt Euch aber zurück wenn es sein muss. Kinder haben immer Priorität. Akzeptiert das Vorleben des Partners und seid gesund selbstbewusst ob des Wissens, das man nicht immer die erste Geige spielen muss und die Beziehung ganz wunderbar gewinnen kann, wenn man den Partner nicht unter Druck setzt, um den ersten Platz in dessen Leben belegen zu müssen.

Wenn all das klappt und jeder um seine Rolle weiss, ist das Zusammenleben ganz wunderbar und das Ergebnis spektakulär.

An Weihnachten erhielt ich von meinem nunmehr 19jährigen Bonuskind einen in einem Bilderrahmen verewigten, handgeschrieben Brief. Einige Zeilen möchte ich gerne mit Euch teilen:

„Du hast mir zwar nicht das Leben geschenkt, aber das Leben hat mir DICH geschenkt. Unser Bund ist unzertrennlich. Danke, dass Du mich wie Dein Eigen liebst“.

Mehr geht nicht Ihr Lieben!

Eure

Britta

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