HABEN und SEIN – FROMMe Gedanken!

Wer kennt ihn nicht – den Klassiker von Erich Fromm aus dem Jahr 1976, der einer seiner vielen Bestseller ist. Aber ihn zu verstehen und danach zufriedener und glücklicher zu leben steht auf einem ganz anderen Blatt. Ich selbst habe zu einem späten Zeitpunkt in meinem Leben sein Werk gelesen erst DANACH so richtig verstanden, worauf es wirklich ankommt, vor allem im Hinblick  auf das Thema Konsum, Wertigkeit und Glück. Aber der Reihe nach!

Ich selbst stamme aus einfachen Verhältnissen. In den 60er Jahren bin ich unehelich auf die Welt gekommen und für meine Mutter war es in dieser Zeit immens schwierig, unverheiratet und alleinstehend uns über die Runden zu bringen. Geld war immer knapp. Mein Vater, den ich nie richtig kennengelernt habe, zahlte auch keinen Unterhalt. Finanzielle Knappheit bestimmte immer unser Leben.

Nach anfänglichen Anlaufschwierigkeiten stand für mich aber im Heranwachsen schnell fest, dass ich das im Leben eben nicht wollte. Finanzielle Unabhängigkeit, Freiheit, Selbstbestimmung waren mein Hauptziel. Anfang der 80iger Jahre begann ich eine Ausbildung in einer Anwaltskanzlei und startete ab diesem Zeitpunkt so richtig durch. Mein zweiter Vorname war zu dieser Zeit „Abendschule“ und „Weiterbildung“. So landete ich kurze Zeit später im Vorstandssekretariat einer Bank und lernte Ende der 80iger Jahre dort auch meinen ersten Mann kennen, der einen änlichen Werdegang hatte wie ich.

Wir waren fleissig, strebsam, ehrgeizig. Mitte der 90iger Jahre waren wir bereits selbstständig und immens erfolgreich. Aus eigenem Antrieb hatten wir es geschafft finanziell unabhängig zu sein, besassen Immobilien, Firmen und sogar ein zweites Domizil in Florida. Was wir aber nicht bemerkten war, dass wir nach all unserer Strebsamkeit und dem damit einhergehenden Erfolg uns selbst aus den Augen verloren hatten. Sowohl persönlich als auch in der Ehe. Nach 18 Jahren folgte dann die Scheidung.

Das war das erste Mal, dass ich mich mit dem Thema HABEN und SEIN so richtig auseinander gesetzt habe. Natürlich ist es wichtig strebsam zu sein und ein monatliches „Grundrauschen“ zu generieren. Von nichts kommt auch nichts. Aber die Lehren, die ich daraus gezogen habe sind folgende:

Ich definiere mich darüber was ich BIN, nicht was ich HABE. Warum? Alles, was ich habe, kann man mir auch wegnehmen. Daraus schliesst dann folglich, dass ich meiner Identität beraubt werde, wenn Dinge mein Ich repräsentieren. Das, was ich BIN, dagegen kann man mir nicht wegnehmen! Besitztümer und Konsum spielen eine untergeordnete Rolle, vor allem wenn Überfluss im Raum steht. SEIN dagegen ist eine Haltung!

Selbstreflektion und Hinterfragen von Dingen ist manchmal unbequem. Führt aber zu deutlich mehr Glücklichsein im Leben wenn man bereit ist, andere Wege einzuschlagen. Versprochen! NICE-TO-HAVE klingt auch deutlich schöner als MUST-HAVE.

Und mit diesem Wissen und all den Erkenntnissen freue ich mich auf Oktober. Ich habe JA gesagt und freue mich auf die Hochzeit und zweite Ehe!

In diesem Sinne tschüss!

Eure

Britta

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Doppelmoral begegnet mir beinahe täglich: im Berufsleben, im Bekanntenkreis und vor allem hier auf Instagram. Wasser predigen, Wein trinken: Moral wird so hingebogen, wie sie uns gerade passt! Bequem ist sie zudem. Doppelmoral erlaubt uns, klare Kante zu zeigen, ohne selbst Konsequenzen zu tragen. Wir verurteilen laut, was wir im eigenen Leben stillschweigend relativieren. Moral tarnt sich als Haltung, ist aber oft nichts weiter als Selbstschutz. Im Alltag zeigt sich das deutlich. Wir empören uns über respektloses Verhalten im Netz, während wir selbst bissige Kommentare liken oder teilen. Wir verlangen Umweltbewusstsein, steigen aber für Kurzstrecken ins Auto, weil es einfacher ist. Wir pochen auf Fairness im Job, nutzen aber jede Grauzone zu unserem Vorteil. Ausländerfeindliche Parolen im Alltag, aber selbstverständlich Urlaub in Dubai. Veganismus laut vertreten, während Lederschuhe im Schrank stehen. Klimaschutz fordern, aber für den Wochenendtrip ins Flugzeug steigen. Gegen Konsumwahn wettern und gleichzeitig bei jeder Rabattaktion zuschlagen. Work-Life-Balance predigen und gleichzeitig von anderen ständige Erreichbarkeit erwarten. Die Liste scheint schier unendlich! Das Problem ist, dass wir es uns selten eingestehen. Doppelmoral beginnt dort, wo Selbstkritik endet. Wer sich nur als Teil der „richtigen Seite“ sieht, übersieht die eigenen blinden Flecken. Handle ich wirklich so, wie ich es von anderen verlange? Oder passt sich meine Moral einfach meiner Situation an? Ehrlichkeit sich selbst gegenüber ist anstrengend – aber die einzige Alternative zur bequemen Heuchelei. Auch ich hinterfrage mich oft genug: Sind Maßstäbe, die ich an andere anlege, strenger als die für mich selbst? Doppelmoral zeigt auf, wo wir eigene Ausnahmen für gerechtfertigt halten, die der anderen aber nicht. Ich gebe zu – ich übe weiterhin! Wie geht ihr mit diesem Thema um? Eure Britta
von Britta Ahrens 22. Mai 2026
Ich weiß, ich weiß. Jetzt wäre der Moment für einen Text über Dankbarkeit, Lebensfreude und darüber, wie schön es ist, älter zu werden. Mit Kuchen, Kerzen und vielleicht einem leicht gerührten Blick zurück. Spoiler: Wird es nicht. Denn wenn ich ehrlich bin, ist mein Geburtstag für mich eher so mittelspannend. Denn jedes Jahr passiert zuverlässig das Gleiche: mein Handy führt ein Eigenleben. Es klingelt, summt, blinkt – als hätte es den Auftrag, mich daran zu erinnern, dass ich existiere. Was nett ist. Wirklich. Aber auch ein bisschen… konzentriert. Menschen melden sich, von denen ich ziemlich genau seit dem letzten Geburtstag nichts mehr gehört habe. Als gäbe es irgendwo einen geheimen „Einmal-im-Jahr-Kontakt“-Kalender. Und dann beginnen sie, diese Gespräche ohne Spannungsbogen: „Na, alles gut?“, „Was machst du heute noch?“, „Feierst du schön?“ Und ich erzähle. Immer wieder das Gleiche. Freundlich, natürlich. Aber innerlich denke ich mir: Wir könnten das Gespräch auch einfach speichern und nächstes Jahr wieder abspielen. Es ist ja lieb gemeint. Und ich weiß das auch zu schätzen. Aber gleichzeitig zeigt dieser Tag etwas, das ich irgendwie schräg finde: Aufmerksamkeit, die sich wie ein Stau verhält. Einmal im Jahr alles auf einmal. Dabei sind mir die anderen Tage so viel lieber. Die 364 Tage, an denen jemand einfach schreibt: „Musste gerade an dich denken.“. Spontane Anrufe ohne Anlass. Kleine Nachrichten, die nicht vom Kalender diktiert sind. Das sind die mir wirklich wichtigen Momente. Mein Geburtstag dagegen? Der darf ruhig unspektakulär sein. Kein großes Tamtam, kein Pflichtprogramm, kein „Das muss jetzt aber besonders sein“. Ein ganz normaler Tag, an dem man sich mit wenigen Lieblingsmenschen umgibt und einfach nett essen geht. In diesem Sinne: Ich habe heute Geburtstag. Trotzdem ist es einfach nur ein ganz normaler Sonntag. Wer kennts? Eure Britta
von Britta Ahrens 15. Mai 2026
Kennt ihr auch diese Menschen, die mit einem Unschuldsgesicht gerne mal subtil piksen? Es sind nicht die lauten Konflikte, die einen beschäftigen. Es sind die leisen. Diese beiläufigen Fragen und Sätze, die harmlos klingen. Kein offener Angriff, eher ein feines Piksen. Und trotzdem beschäftigt es dich noch Stunden später. In meinem Umfeld gibt es Menschen, die genau das beherrschen. Nicht offen verletzend, nicht direkt angreifend – sondern subtil. Ich dachte immer, dass solche Verhaltensweisen im Alter verschwinden. Dass Menschen, sagen wir mal ab fünfzig, eine gewisse Klarheit und Reife entwickelt haben. Dass sie Dinge direkt ansprechen oder eben gar nicht. Heute weiß ich: Das stimmt so leider nicht. Diese kleinen Stiche kommen selten aus dem Nichts. Sie erzählen sehr viel über die Menschen, die sie setzen. Über ihre Unsicherheiten, unausgesprochene Vergleiche, manchmal auch über ein Bedürfnis nach Überlegenheit. Denn wer klar und sicher ist, muss nicht zwischen den Zeilen treffen. Gleichzeitig sagen die Pikser auch etwas über mich. Darüber, wo ich ins Grübeln komme und warum. Genau in dieser Schnittstelle entsteht die Wirkung: zwischen dem, was gesagt wird – und dem, wo es trifft. Das subtile Piksen hat etwas sehr Unangenehmes an sich. Es wird keine direkte Frage geäußert, lediglich Andeutungen, Tonfall oder doppeldeutige Aussagen. Damit es nicht ganz so offensichtlich ist, wird es oft als „sozial akzeptabel“ verpackt. Subtile Stiche sind leise, aber nicht harmlos! Warum machen Menschen das? Klar sagen sie oft mehr über den Sender als über den Empfänger. Vermutlich ein Spiegel eigener Unsicherheiten oder Konkurrenzdenken. Oberhand gewinnen oder behalten; einfach besser dastehen und den anderen versuchen klein zu machen. Was tun? Eigene Trigger reflektieren, versuchen, sich nicht darauf einzulassen, weglächeln. Und: Grenzen setzen. Klar, deutlich, mit Nachdruck. Wer kennt es? Eure Britta
von Britta Ahrens 8. Mai 2026
Wenn man morgens in Hamburg in eine Bäckerei stolpert – halb verschlafen, die Haare irgendwo zwischen „Windstärke 8“ und „egal“ – und es einen trifft: dieser Duft von Butter, Zimt, Zucker und ein Hauch Karamell. Willkommen in der Heimat des Franzbrötchens. Aber hat das FRANZbrötchen wirklich seinen Ursprung durch die FRANZosen? Jetzt wird’s historisch. Anfang des 19. Jahrhunderts hatte Napoleon die glorreiche Idee, dass Europa im Grunde ihm gehört. Zwischen 1806 und 1814 stand auch Hamburg unter französischer Besatzung. Die Hamburger waren mäßig begeistert. Die Franzosen brachten nämlich nicht nur ihre Sprache und ihr Gebäck mit, sondern auch Zölle, Einschränkungen und eine gewisse Strenge. Kurz gesagt: kulinarisch hui, politisch eher… na ja. Und irgendwo zwischen all dem sollen französische Bäcker das Croissant eingeführt haben. Die Hamburger dachten sich offenbar: „Ganz nett, aber da geht noch was.“ Also wurde es flacher gedrückt, großzügig mit Zimt und Zucker versehen – und voilà: das Franzbrötchen war geboren. Typisch Hamburg eben: nehmen, verbessern, fertig. Und was ist mit „Tschüss“? Wenn wir schon bei französischem Einfluss sind: Selbst unser entspanntes „Tschüss“ hat vermutlich eine kleine Reise hinter sich. Ursprünglich wohl vom französischen „adieu“, über das Niederländische („adjuus“) in den Norden geschwappt – und heute aus Hamburg nicht mehr wegzudenken. Das Franzbrötchen ist wie die Stadt selbst: ein bisschen rau, ein bisschen süß, nicht perfekt geformt. Es erzählt eine Geschichte von Einfluss von außen und dem typisch norddeutschen Talent, daraus etwas Eigenes zu machen. Vielleicht steckt ein kleines bisschen Frankreich drin. Aber vor allem ganz viel Hamburg. Wer also meine schöne Heimatstadt besucht, sollte unbedingt ein Franzbrötchen essen. Und Taschentücher dabeihaben. Erfahrungsgemäß schmecken die am besten, die rundherum durch Zimt und Zucker so richtig schön klebrig sind! Schon probiert? Eure Britta
von Britta Ahrens 1. Mai 2026
Jeden Tag rauschen unzählige Gedanken durch unseren Kopf – man schätzt, es sind bis zu 50.000 täglich. Manche sind flüchtig, manche bleiben hängen, andere wiederum kreisen in Dauerschleife. Gar nicht so leicht, sich von dieser Fülle nicht überwältigt zu fühlen. Das Knifflige daran ist, dass unsere Gedanken unsere eigene Realität schaffen und verstärken. Dabei spielt es keine Rolle, ob es neutrale, positive oder negative Gedanken sind. Dort, wo unsere Gedanken hinfließen, fließt auch unsere Energie hin. Man geht davon aus, dass aus dieser Gedankenflut nur ca. 3 % positive Gedanken hervorgehen. Die übrigen 97 % sind neutraler Art oder negativ. Das wird problematisch, wenn sich die negativen Gedanken manifestieren, verselbstständigen oder Amok laufen. Negative Gedanken kommen unkontrolliert, beurteilen Situationen und sind ungebetene Gäste. Ich versuche, mir bewusst zu machen, dass sie lediglich eine vorübergehende Reaktion auf eine bestimmte Situation und keineswegs dauerhaft auf mein Leben ausgelegt sind. Gedanken entstehen oft automatisch. Sie sind von Erfahrungen, Gewohnheiten und äußeren Einflüssen geprägt. Aber wir sind nicht verpflichtet, jedem einzelnen Gedanken Raum zu geben. Wir entscheiden, welchen Gedanken wir folgen, welchen wir ziehen lassen – und welchen wir bewusst stärken. Ein oft zitierter Gedanke aus der Achtsamkeitspraxis beschreibt es sinngemäß so: Unsere Gedanken sind wie Vögel, die über unseren Kopf fliegen. Wir können nicht verhindern, dass sie auftauchen. Aber wir können entscheiden, ob wir ihnen erlauben, ein Nest zu bauen. Das gibt uns die Möglichkeit, vom passiven Beobachter zum aktiven Gestalter zu werden. Gedanken bewusst wahrzunehmen, ohne sie sofort zu bewerten. Ich entscheide, welche Gedanken ich pflegen oder wachsen lassen möchte – und, was ich loslassen werde. Das Wichtigste dabei ist aber: Ich bin nicht das, was ich denke. Und ich glaube nicht mehr alles, was ich denke. Und Ihr so? Eure Britta
von Britta Ahrens 25. April 2026
Habt ihr schon mal von Dopamine Dressing gehört? Ich bin in letzter Zeit immer öfter über diesen Begriff gestolpert und stelle fest, dass ich diesen Trend bereits seit 30 Jahren lebe ohne jedwedes Hintergrundwissen. Hoch leben die Farben! Dopamine Dressing beschreibt einen Modetrend, bei dem Kleidung gezielt eingesetzt wird, um die Stimmung zu heben. Statt sich nur nach Trends oder Dresscodes zu richten, geht es darum, Farben, Schnitte und Materialien zu wählen, die Freude auslösen – also ein „Stimmungs-Booster“ zum Anziehen. Die Idee basiert auf der Annahme, dass visuelle Reize wie leuchtende Farben oder verspielte Designs positive Emotionen fördern können. Kleidung wird damit zu einem Werkzeug für Selbstfürsorge und Ausdruck der eigenen Persönlichkeit. Es geht um kräftige Farben, ungewöhnliche Kombinationen, Muster-Mix, Kontraste und Statement-Pieces. Kleidung, die sich gut anfühlt und gute Laune verbreitet. Hier ist also eine Menge Spielraum vorhanden: komplett pinkes Outfit für den selbstbewussten Auftritt, Blazer in Knallfarbe als Eyecatcher im Büro, farbige Pumps, die ein schlichtes Outfit aufwerten oder ein gemusterter Anzug statt klassischem Schwarz. Der Trend ist derzeit so beliebt, weil man sich mit dem kecken Griff in den Kleiderschrank sofort gute Laune verschaffen kann. Dopamine Dressing ist also mehr eine Einstellungssache als ein Modetrend. Einfach tragen, was einen selbst (und vielleicht auch andere) glücklich macht – ganz unabhängig von allen Moderegeln. Das Frühjahr mit all seinen frischen Farben eignet sich dafür ganz besonders! Eure Britta